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Was wir sind.

Der Fluss ist dein Bett,

Der Mond ist dein Licht,

Ich bin dein Traum,

Verrate mich nicht.

 

Die Welt ist deine Bühne,

Die Sonne ist dein Licht,

Ich bin dein Text,

Vergiss mich nicht.

 

Du bist die Liebe,

In jedem Gedicht

Und ohne die Liebe

Gibt es uns nicht.

 

-whisker-

 

(Ein eher kurzer Abendschmaus...)

4.3.10 01:54


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"Es passt...!"

Die Liebende

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite
mich verlierend selbst mir aus der Hand,
ohne Hoffnung, dass ich Das bestreite,
was zu mir kommt wie aus deiner Seite
ernst und unbeirrt und unverwandt.

... jene Zeiten: O wie war ich Eines,
nichts was rief und nichts was mich verriet;
meine Stille war wie eines Steines,
über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochen
hat mich etwas langsam abgebrochen
von dem unbewussten dunkeln Jahr.
Etwas hat mein armes warmes Leben
irgendeinem in die Hand gegeben,
der nicht weiß was ich noch gestern war.

 Rilke

25.2.10 00:30


Da neigt sich die Stunde und rührt mich an
mit klarem, metallenem Schlag:
mir zittern die Sinne. Ich fühle: ich kann -
und ich fasse den plastischen Tag.

Nichts war noch vollendet, eh ich es erschaut,
ein jedes Werden stand still.
Meine Blicke sind reif, und wie eine Braut
kommt jedem das Ding, das er will.

Nichts ist mir zu klein, und ich lieb es trotzdem
und mal es auf Goldgrund und groß
und halte es hoch, und ich weiß nicht wem
löst es die Seele los...


Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf

21.2.10 19:15


To be continued...

Ich kenne diese Bahnen, welche unentwegt Menschen in das Gewühl der Großstadt freigeben. Die Gesichter kenne ich nicht. Blaue Augen, grüne, braune Augen erzählen Geschichten, erzählen von besseren Tagen. Der Blick schweift aus dem Fenster und ein Lied erzählt mir vom Sommer. Draußen fliegt ein Teich vorbei, Trauerweiden, ein paar Krähen sitzen in den Ästen und Kinder spielen auf sattem Grün.

 

Ich schlage meine Beine übereinander und atme die schwitzende Luft ein. In meiner Brust vermischt sie sich mit Vergangenem und noch Bevorstehendem. Ich schaue auf meine nackten Arme und Beine und entdecke eine sanfte Bräune, die mir ein Lächeln über die Lippen zaubert. Auch ich werde von der Bahn mit vielen Unbekannten am Hauptbahnhof ausgespuckt und laufe die Treppen zu den Gängen hoch. Hier war ich schon oft, jeden Morgen in der Woche. Hier ist es angenehm kühl und die Steinplatten unter meinen Füßen geben bei jedem Schritt Antwort. Vorbei an bunten Plakaten, welche ich keines Blickes würdige, laufe ich verlorenen Schrittes den langen beleuchteten Tunnel entlang. Mein Musikspieler wechselt das Lied und eine Gitarre stimmt mich fröhlich. Meine Schritte passen sich dem veränderten Takt an und ich stelle mich auf die langsam anfahrende Rolltreppe, welche mich ins gleißende Sonnenlicht, in den heißen Tag im Sommer, befördert. Die Sonne sticht auf der Haut und mein Nacken brennt. Auf den Armen das altbekannte Kitzeln und im Bauch ein leichtes Kribbeln.

 

Im Gebäude ist es dunkel und kühl, meine Augen brauchen eine Weile, bis sie sich an das Licht gewöhnen und ich versuche meine Gänsehaut abzuschütteln. Es dauert einige Zeit, bis ich mich wieder fange und mein Blick mustert das hohe Gewölbe. Links und rechts führen große, geschwungene Treppen in die oberen Etagen und ein Schild auf dem Tresen am Eingang teilt mit, dass dieser gerade nicht besetzt ist. Ich muss lachen, schließlich ist das offensichtlich. Geschwungene Bögen ziehen sich über die Treppenaufgänge und ich entschließe mich, den Lift in die dritte Etage zu nehmen. Ich gehe einen Schritt und erstarre.

 

Durch die gläsernen Türen am Hintereingang sehe ich in den Innenhof. Ich habe dort viel Zeit verbracht - lesend, sitzend, wartend. Ein kleiner Teich, von wildem Kraut umwuchert und hohe Bäume stehen dort. Es gibt dort drei Bänke. Ich liebte die erste Bank, ganz nah am Eingang, direkt in der Sonne. Diese ist jedoch jetzt besetzt, was eigentlich nicht sonderlich unüblich ist. Mein Herz schlägt wie wild, als ich sie auf der Bank entdecke. Oft habe ich sie beobachtet, wie sie im Schatten des überdachten Eingangs stand und gedankenverloren rauchte. Sie trug eine blickdichte Sonnenbrille, das Gesicht in meine Richtung gewandt. Ob sie mich dabei ansah, das weiß ich bis heute nicht. Und jetzt sitzt sie dort - auf meiner Bank, als wäre es ihre. Sie sitzt und raucht und denkt. Sie sitzt in der Sonne unter den hohen Bäumen. Ihr Haar schmeichelt ihr um den Kopf und ihre weiße Haut blendet. Wie betäubt stehe ich im Dunkeln und beobachte sie. Ihre schlanken Arme, ihre zusammengesunkene Gestalt. Ich weiß nicht, wie lange ich dort stehe und versuche meinen Augen zu trauen, doch langsam erhebt sie den Kopf und blickt ins Dunkel der großen Halle. Ist sie genauso geblendet wie ich? Kann sie mich sehen? Zu gern würde ich ins Warme entfliehen und die gleiche sonnendurchtränkte, staubige Luft atmen wie sie. Zu gern würde ich neben ihr sitzen, dort, auf unserer Bank, unter den großen, grünen Bäumen.

 

Ich entscheide mich, die Treppe zu meiner Linken zu nehmen und wende mich, ohne einen weiteren Blick zu wagen, ab. Ich habe mir heute versprochen glücklich zu sein.   

-whisker-

30.12.09 15:48


Anfang ohne Ende

Tausend Kristalle stürzen auf mich nieder.

Das Jahr geht zu Ende, nie wieder,

Wird  dieser Sommer, dieses Gefühl,

Mich noch einmal ereilen.

 

Ein vergessenes Blau, so plötzlich ergraut,

Macht die tobende Welt zu seiner Braut

Und nur die Zeit trennt uns vom Warmen,

Von Hoffnung und vom Glück.

 

In deiner Welt trinkst du deinen Wein

Und du schläfst danach ganz selig ein

Und kein Gedanke würde mich erreichen

In deinem traumlosen Schlaf.

 

In meiner Welt trinke ich meinen Wein

Und ich schlafe danach ganz sicher nicht ein

Und jeder Gedanke wird dich erreichen,

In meinem schlaflosen Traum.

 

Tausend Kristalle stürzen auf mich nieder.

Das Jahr beginnt, irgendwann wieder,

Wird dieses Gefühl, vielleicht im Sommer,

Mich noch einmal ereilen.

-whisker-

30.12.09 12:28


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