Startseite
    Tagebuch
    Erinnerung
    Gedicht
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
    zankapfel
    - mehr Freunde



http://myblog.de/whisker

Gratis bloggen bei
myblog.de





Gefunden.

Das letzte Glas

(Friedrich Hebbel)

Das letzte Glas! Wer mag es denken!
Und dennoch muß ein letztes sein!
Mich drängt’s, es hastig einzuschenken,
Fällt auch die Träne mit hinein.
Stoßt an! Du stießest gar zu heftig!
In tausend Scherben liegt das Glas.
Ein neues bringt mir schon geschäftig
Der Kellner; nochmals füll’ ich das.

Das letzte Glas! Wer mag es schauen!
Und dennoch muß ein letztes sein!
Du ziehst nun bald in ferne Gauen:
Denkst du im fremden Land noch mein?
Stoß an! Ich zittre gar zu heftig!
In tausend Scherben liegt das Glas.
Ein neues bringt mir schon geschäftig
Der Kellner! nochmals füll’ ich das.

Das letzte Glas! Wer mag es trinken!
Und dennoch muß ein letztes sein!
Dir werden neue Freunde winken,
Ich aber bleib’ hier ganz allein!
Stoß an! Zu Boden werf’ ich’s heftig!
Warum schon jetzt das letzte Glas!
Ein neues bringt mir schon geschäftig
Der Kellner; nochmals füll’ ich das.

Das letzte Glas! Wir lassen’s stehen!
Versiegle und verschließ den Wein!
Wenn wir dereinst uns wiedersehen,
So soll es unser erstes sein!
Komm, an den Mund press’ ich dich heftig,
ls wärst du selbst mein letztes Glas!
Was wir uns sind, das fühl’ ich kräftig;
Jetzt geh mit Gott! Wir bleiben das!

21.8.09 09:35
 
Letzte Einträge: Such a good drama


Werbung


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


zankapfel / Website (28.8.09 21:11)
Hebbel ist ein Gott - eine seltsame Auffassung von Gottesgeschehen besitzt er zwar, jedoch geben seine Texte gleichen seine Texte einer malerischen Darstellung - so "pittoresque" ...
Der Wein als Genuss, der Wein als Hoffnung, der Wein als Mittel des Vergessens und des Vergewisserns.
Wir leben in einer Zeit, in der realistische Dinge so oft Schatten werfen, dass wir zu erstarren scheinen - wir nehmen sie wahr oder ignorieren diese, aber immer bleibt der Wunsch, dich aus dem Schatten zu befreien.
Ach Hebbel - ein Gott.
So realistisch abstrakt.


Maccabros / Website (31.8.09 16:07)
Das Letzte wird das Erste sein,
die Dunkelheit vergeht im Schein,
das Licht erstrahlt und zeigt den Weg,
auf dass die Seele sieht den Steg...

LG

Maccabros


zankapfel (12.9.09 23:56)
Schreib mal was Neues, Süße

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung